Blick über eine Landschaft mit Solaranlagen und Siedlung im Morgenlicht
Vorgehen

Erst entschwenden, dann ausbauen.

Sechs Stufen, eine Reihenfolge. Sie entscheidet darüber, ob eine Sanierung unnötige Kosten vermeidet oder nur Geld kostet.

6-Stufen-Modell

Erst entschwenden, dann ausbauen – die Reihenfolge, in der wir vorgehen.

Der Leitsatz

Erst entschwenden, dann ausbauen.

Das 6-Stufen-Modell beschreibt keine Liste von Massnahmen, sondern eine Reihenfolge. Wer sie einhält, vermeidet unnötige Kosten und baut nichts, das er nachher nicht braucht.

Jede Stufe verkleinert, was auf den folgenden Stufen noch nötig ist. Deshalb steht der Ausbau erneuerbarer Erzeugung an letzter und nicht an erster Stelle.

Das Modell ist ein strategischer Rahmen – es ersetzt keine technische Fachplanung.

Was heisst „Entschwendung"?

Energieverschwendung systematisch beseitigen, bevor neue Technik dazukommt.

Gemeint ist nicht Verzicht. Gemeint ist, den Bedarf zu prüfen, der gar nicht erst entstehen müsste: eine überdimensionierte Heizung, eine ungedämmte Leitung, eine Lüftung, die niemand steuert.

Entschwendung im Glossar nachschlagen

Die sechs Stufen im Einzelnen

Klicken Sie oben auf eine Stufe, um direkt dorthin zu springen.

Entschwendung

Zuerst wird unnötiger Energiebedarf vermieden, bevor irgendetwas gebaut oder gekauft wird. Dafür werden Bedürfnisse, Nutzung und Verluste geprüft – nicht die Technik.

Diese Stufe kostet am wenigsten und wirkt am schnellsten. Sie verkleinert ausserdem alles, was auf den folgenden Stufen noch nötig ist.

  • Wofür wird Energie tatsächlich gebraucht – und wofür nur aus Gewohnheit?
  • Wo entstehen Verluste in Gebäude, Verteilung und Betrieb?
  • Was lässt sich durch geänderte Nutzung lösen statt durch neue Technik?

Die GebäudeEnergieKennzahl ist der übliche erste Schritt auf dieser Stufe: Sie macht sichtbar, wo ein Gebäude heute wirklich steht.

Wirkung dieser Stufe: höchste Priorität

Effektive Nutzung

Der verbleibende Bedarf wird mit der wirksamsten verfügbaren Technik gedeckt. Entscheidend ist nicht, wie viel Energie hineingeht, sondern wie viel davon als Nutzen ankommt.

  • Effiziente Wärmelösungen statt Ersatz gleicher Technik durch gleiche Technik
  • Gebäudehülle und Anlagentechnik zusammen betrachten
  • Mobilität nach tatsächlichem Nutzen bewerten, nicht nach Verbrauch allein

Nach Angaben der EeC nutzen Wärmepumpen bis zu 80 % Umweltwärme, während Verbrennungsmotoren weniger als 25 % des Treibstoffs in Fortbewegung umsetzen. Diese Werte stammen aus dem Konzeptdokument der EeC und sind nicht unabhängig geprüft.

Wirkung dieser Stufe: Wirkung erhöhen

Bedarf an Bereitstellung anpassen

Sonne und Wind liefern nicht auf Bestellung. Statt die Erzeugung dem Verbrauch anzupassen, wird hier der Verbrauch zeitlich und organisatorisch an die Erzeugung gekoppelt.

  • Lastmanagement und Hausenergiemanagement
  • Gebäude als Wärme- und Kältespeicher nutzen
  • Virtuelle Kraftwerke und Smart Grids in der Region

Was Lastmanagement genau bedeutet, steht im Glossar.

Wirkung dieser Stufe: Flexibilität schaffen

Energielager und Speicher

Erst wenn Bedarf und Nutzung stimmen, lohnt sich Speicherung. Dann macht sie regionale Energie zeitlich verfügbar – tagsüber erzeugt, abends und nachts genutzt.

  • Thermische Speicher und Gebäudemassen
  • Gebäudebatterien
  • Batterien in Fahrzeugen
  • Grosse Speicher in der Region, etwa Pumpspeicher

Fahrzeugbatterien sind auf dieser Stufe der Grund, warum wir über die fahrende Batterie sprechen: ein Speicher, der ohnehin angeschafft wird und den grössten Teil des Tages steht.

Wirkung dieser Stufe: Reserven aufbauen

Residuallast gezielt decken

Es bleibt ein Rest, den erneuerbare Erzeugung und Speicher nicht abdecken – die Residuallast. Sie wird gezielt geplant, nicht dem Zufall überlassen.

Dazu gehört auch die Frage, was im Ernstfall auf jeden Fall weiterlaufen muss.

  • Regelbare Anlagen für Zeiten geringer Erzeugung
  • Kraft-Wärme-Kopplung mit Biomasse oder HVO-Diesel
  • Notstromversorgung für kritische Verbraucher
  • Tiefengeothermie, wo die Geologie es hergibt

Wirkung dieser Stufe: Versorgung sichern

Regenerativen Strom bereitstellen

Erst zum Schluss wird ausgebaut. Nicht weil erneuerbare Erzeugung unwichtig wäre, sondern weil jede vorherige Stufe die benötigte Menge verkleinert hat. Wer hier anfängt, baut fast immer zu gross.

  • Photovoltaik auf vorhandenen Dächern und Flächen
  • Wind, Wasserkraft und Biomasse passend zur Region
  • Einbindung in die regionale Energiezelle statt Einzellösungen

Das ist der entscheidende Unterschied zu zubau-orientierten Ansätzen – und der Grund für den Leitsatz erst entschwenden, dann ausbauen.

Wirkung dieser Stufe: regional erzeugen

Schritt 1 für Gebäude

Die GebäudeEnergieKennzahl.

GEK = GebäudeEnergieKennzahl

Jedes Gebäude hat eine Energiesignatur. Sie zu kennen ist der Einstieg in Stufe 1 – und damit in alle weiteren Stufen.

Anders als ein Energieausweis arbeitet die GEK mit den echten Verbrauchswerten aus Ihren Rechnungen und den echten Kosten. Der Ist-Zustand wird anonym mit anderen Gebäuden und mit Zielwerten verglichen.

Was Ihnen die Kennzahl zeigt
  • wo Ihre Verbrauchswerte gegenüber dem Zielwert stehen
  • wie sich Ihre echten Kosten im Vergleich einordnen
  • wie sich Ihr Gebäude über die Jahre entwickelt

Das GEK-Tool liegt unter gek.energiezelle.eu, einer eigenen Adresse ausserhalb dieser Website, und öffnet sich in einem neuen Tab. Es wurde vom Landkreis Mainz-Bingen finanziert.

Wo das Modell herkommt

Das 6-Stufen-Modell ist die Vorgehensweise, mit der die EeC in einer Energiezelle arbeitet – also in einer Region, die ihre Energie gemeinsam plant, statt dass jeder für sich herumprobiert.

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