Filmreihe Blackout SRW und 3Sat

Brennende weiße Kerze wird von Hand gehalten neben einer ausgeschalteten Glühbirne im Dunkeln – symbolisiert Notbeleuchtung und Energiekrise während eines Blackouts oder Stromausfalls

Eine Doku-Drama-Serie (Produktion SRF/3sat) sowie die dazugehörigen Reportagen widmet sich dem Thema Blackout – und dann?

Das Szenario beschreibt einen europaweiten Stromausfall, der am Gründonnerstag beginnt und über mehrere Tage andauert. Die Serie mischt fiktive Handlung (Familie, Krankenhaus, Krisenstab) mit realen Experteninterviews und Dokumentaraufnahmen.

Tag 1 – Der Strom fällt aus

Am Gründonnerstag um 13:00 Uhr beginnt die Doku, als plötzlich europaweit der Strom ausfällt. Obwohl viele zunächst an einen kurzfristigen technischen Defekt glauben, werden die gravierenden Folgen schnell sichtbar.

  • Verkehr und Kommunikation: Unmittelbar bricht ein Verkehrschaos aus, da Ampeln ausfallen und Züge auf freier Strecke stehen bleiben. Gleichzeitig kollabieren die Handynetze, sodass die Kommunikation nahezu unmöglich wird.

  • Landwirtschaft: Ein besonders kritischer Aspekt betrifft die Landwirtschaft, denn ohne Strom funktionieren Melkroboter nicht mehr. Dies führt dazu, dass Kühe nicht gemolken werden können, was folglich schmerzhafte Euterentzündungen verursacht.

  • Wirtschaft: Des Weiteren kommt der Zahlungsverkehr zum Erliegen, weil weder Kassen noch Bankomaten betriebsbereit sind.

Tag 2 – Das Blackout dauert an

Nachdem die Menschen die erste kalte Nacht ohne Heizung verbracht haben, realisieren sie den Ernst der Lage.

    • Kritische Infrastruktur: Krankenhäuser müssen nun auf Notstrom umschalten. Jedoch zwingt sie dies, den Betrieb drastisch zu reduzieren, wodurch reguläre Operationen abgesagt werden müssen.

    • Wasserversorgung: Ein weiteres massives Problem entsteht, da elektrische Pumpen ausfallen. Infolgedessen bricht die Wasserversorgung vielerorts zusammen, weshalb eine Rationierung auf 4 Liter pro Kopf und Tag durch Tankwagen eingeleitet wird.

    • Reaktion der Behörden: Währenddessen tagen Krisenstäbe in geschützten Bunkern, und sowohl Militär als auch Zivilschutz werden mobilisiert, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.

Tag 3 – Die Schweiz im Ausnahmezustand

An Tag 3 verschärft sich die Situation dramatisch, sowohl hygienisch als auch gesellschaftlich.

    • Hygiene und Gesundheit: Die hygienischen Zustände verschlechtern sich rapide, insbesondere da Toilettenspülungen nicht mehr funktionieren. Dadurch steigt die Seuchengefahr in Kliniken und Haushalten massiv an.

    • Ursachenforschung: Parallel dazu suchen Ermittler fieberhaft nach dem Grund. Dabei gerät ein Stromhändler ins Visier, weil kurz vor dem Ausfall ungewöhnliche Handelsaktivitäten registriert wurden. Somit stehen Verdachtsmomente wie Cyber-Terrorismus oder Marktmanipulation im Raum.

    • Soziale Dynamik: Aufgrund der zunehmenden Verzweiflung kommt es zu ersten Plünderungen. Obwohl es noch Solidarität gibt, bilden sich Bürgerwehren, und die gesellschaftliche Stimmung droht zu kippen.

Tag 4 – Strom ist Mangelware

Dieser Tag markiert einen Wendepunkt, der jedoch neue Probleme mit sich bringt.

    • Instabilität: Zwar gelingt es, Teile des Netzes durch sogenannte „Schwarzstarts“ wieder hochzufahren, aber der Strom kehrt nicht dauerhaft zurück.

    • Rationierung: Stattdessen wird der Strom rationiert. Das bedeutet, dass Regionen nur für wenige Stunden versorgt werden („rollierende Abschaltungen“).

    • Folgen: Wegen dieses ständigen An- und Abschaltens werden elektrische Geräte stark belastet. Überdies reicht die kurzzeitige Energie nicht aus, um komplexe Lieferketten wieder in Gang zu bringen, weshalb die Unsicherheit in der Bevölkerung weiter wächst.

Tag 5 – Wer ist schuld am Blackout?

Während sich der Müll in den Straßen stapelt und Vorräte verderben, steigt der Druck auf die Verantwortlichen.

    • Die Auflösung: Es stellt sich heraus, dass es sich weder um einen klassischen Terroranschlag noch um einen militärischen Angriff handelte. Vielmehr war es eine fatale Verkettung von Fehlern im hochkomplexen europäischen Stromhandelssystem. Indem Algorithmen und Marktmechanismen versagten, wurde das Netz destabilisiert.

    • Finanzielle Folgen: Daraus resultiert ein wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe, sodass Versicherungen vor einem Kollaps des Finanzsystems warnen.

Tag 6: Keine Normalität in Sicht

Selbst wenn immer mehr Gebiete wieder am Netz sind, ist von Normalität keine Rede.

    • Selbsthilfe: Es wird offensichtlich, dass staatliche Hilfe im Katastrophenfall nicht jeden erreichen kann. Demzufolge ist Nachbarschaftshilfe überlebenswichtig.

    • Vertrauenskrise: Die Regierung gerät in Erklärungsnot, da Warnsysteme versagt haben. Somit ist das Vertrauen in die Versorgungssicherheit nachhaltig erschüttert.

Hierbei handelt es sich um einen emotionalen Rückblick, der die Phasen von der Dunkelheit und Kälte bis hin zum sozialen Zusammenbruch noch einmal verdichtet darstellt.

Abschließend wirft die Serie einen Blick in die Zukunft.

  • Das „Danach“: Obgleich sich das Leben oberflächlich normalisiert hat, ist nichts mehr wie zuvor.

  • Folgen: Ein Anstieg der Geburtenrate („Blackout-Babys“) wird verzeichnet. Gleichzeitig laufen juristische Prozesse gegen die Verantwortlichen. Vor allem aber diskutiert die Gesellschaft nun intensiv über die Notwendigkeit persönlicher Vorsorge, damit sich ein solches Szenario nicht wiederholt.

Gesamtfazit und Lehren

Die Analyse dieser Videos liefert entscheidende Argumente für das Konzept der Energiezelle

  1. Technische Ebene: Das europäische Verbundnetz ist anfällig für Kaskadeneffekte. Deshalb ist eine regionale Autarkie, wie sie die Energiezelle vorsieht, essenziell.

  2. Soziale Ebene: Da die Stimmung nach etwa 48 bis 72 Stunden kippt, muss eine Notversorgung (Wärme/Strom) sofort greifen.

  3. Lösung: Indem wir dezentrale Speicher (wie den Kia EV6 im Inselbetrieb) und lokale Erzeugung nutzen, machen wir uns unabhängig von den Fehlern des zentralen Marktes.

Blackout in Spanien 2025: 3 Lehren für die Schweizer Stromversorgung

Blackout in Spanien: Warum der Verbund allein nicht schützt – und welche Konsequenzen die Schweiz ziehen muss

Als Ende April 2025 in Spanien und Portugal die Lichter ausgingen, war dies mehr als nur eine technische Störung. Der massive Stromausfall legte die gesamte Iberische Halbinsel lahm. Eine detaillierte Analyse der Ereignisse zeigt jedoch, dass physikalische Gesetze letztlich stärker sind als politische Marktmechanismen. Für die Schweiz lassen sich daraus folglich drei essenzielle Lehren ableiten, um die nationale Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu garantieren.

Um die Ursachen zu verstehen, muss man zunächst zwei fundamentale Regeln betrachten, die in jedem Stromnetz gelten : Es braucht zu jedem Zeitpunkt sowohl eine absolut ausgeglichene Strombilanz als auch ausreichende Leitungskapazitäten. Das bedeutet einerseits, dass exakt so viel Strom eingespeist werden muss, wie verbraucht wird. Andererseits darf der Stromfluss die Belastungsgrenzen der Leitungen niemals überschreiten. Werden diese Regeln verletzt, greifen Schutzmechanismen, die im Ernstfall Leitungen unterbrechen. Genau dieses Szenario ereignete sich am 28. April 2025.

Die Chronologie des Versagens

Der Blackout war kein plötzlicher Zufall, sondern das Resultat einer fatalen Kettenreaktion:

  • Der Ausgangspunkt: Die Chronologie beginnt um 7 Uhr morgens, während Portugal noch 2,1 Gigawatt (GW) Strom nach Spanien exportiert.

  • Der Kipppunkt: Kurz darauf führte jedoch ein ungeplanter Einbruch der portugiesischen Produktion dazu, dass das Land plötzlich auf Importe von 2,7 GW angewiesen war. Infolgedessen begann die Netzfrequenz als Zeichen der Instabilität stark zu schwanken.

  • Die Eskalation: Zusätzlich schalteten sich um 10 Uhr sämtliche Photovoltaikanlagen in Portugal ab, was die Frequenzschwankungen weiter massiv verschärfte.

  • Das unvermeidbare Ende: Da es bis zur Mittagszeit trotz Unterstützung aus dem europäischen Verbundnetz nicht gelang, die Frequenz zu stabilisieren , wurde die Iberische Halbinsel um kurz nach 12:30 Uhr vom Netz getrennt. Kaum drei Sekunden später trat der vollständige Blackout ein.

Der Trugschluss der „europäischen Sicherheit“

Dieses Ereignis widerlegt eindrücklich die weitverbreitete Annahme, dass ein großräumiger Stromverbund allein ausreiche, um Blackouts zu verhindern. Vielmehr ist entscheidend, dass jede Regelzone – in diesem Fall Spanien und Portugal – bei einer unausgeglichenen Bilanz jederzeit vom Verbund getrennt werden kann.

Denn tatsächlich konnte nur durch diese Abkopplung vom europäischen Netz eine weitere Ausdehnung des Blackouts auf den restlichen Kontinent vermieden werden. Für die Schweiz bedeutet dies: Im Krisenfall ist die Fähigkeit zur Trennung (Island-Mode) wichtiger als die blinde Hoffnung auf externe Hilfe.

3 Lehren für die Schweizer Versorgungssicherheit

Aus dieser Analyse leiten die Experten Urs Anton Löpfe und Giovanni Leonardi drei konkrete Empfehlungen für die Schweiz ab:

1. Automatische Abkopplung nicht nur können, sondern dürfen

Zunächst gilt es, eine automatische Abkopplung technisch zu ermöglichen und sicherzustellen. Zwar ist die Schweiz technisch bereits in der Lage, sich bei kritischen Frequenzabweichungen automatisiert vom europäischen Netz zu trennen. Dennoch sollte Swissgrid diese Funktion nicht nur aktivieren, sondern auch vertraglich mit der EU absichern, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

2. Energiezellen und Inselbetrieb fördern

Während fast überall das Licht ausging, blieb die Gemeinde Oseja de Sajambre versorgt, da sie als Energiezelle im Inselbetrieb funktionierte. Daraus folgt zweitens, dass auch die Schweiz ihre Insellösungsfähigkeit ausbauen sollte. Das heisst konkret: Nach einer Abkopplung muss die Schweiz ihre Regelzone eigenständig betreiben können. Hierfür ist der Aufbau von Energiezellen notwendig, die – genau wie im spanischen Beispiel – auch isoliert versorgt bleiben.

3. Regelleistung im Inland massiv erhöhen

Damit die Schweiz als „Strom-Insel“ stabil bleibt, sind Reserven nötig. Drittens ist es daher geboten, die Regelleistung im Inland deutlich auszubauen. Aktuell wird lediglich 1 GW vorgehalten. Um jedoch bei einer Abkopplung stabil zu bleiben, sollten bis zur vollständigen Stilllegung der Atomkraftwerke schrittweise mindestens 4 GW Regelleistung ausgeschrieben werden. Dies lässt sich zudem effektiv und marktwirtschaftlich über den Verordnungsweg umsetzen.

Fazit

Der Blackout in Spanien dient als Warnschuss. Er zeigt, dass physikalische Gesetze unabhängig von politischen Meinungen gelten. Folglich erfordert eine sichere Stromversorgung für die Schweiz nicht nur Vernetzung, sondern vor allem die technische und regulatorische Freiheit, im Notfall auch allein zu bestehen.

Hier der Link zum ganzen Artikel in der NZZ: Zeitungsartikel in der NZZ

Sichere Energieversorgung?

Ist die Deutsche Energieversorgung sicher?

Frage ich in meinem Umfeld:“ Ist die Deutsche Energieversorgung sicher?“ antworten die meisten mit:“ Klar, Deutschland ist eines der sichersten Länder, was die Stromversorgung angeht!“

Recherchiere ich dann etwas weiter, fällt mir auf, dass wir keines Wegs eine sichere Stromversorgung haben! Das ist auch bei den Stellen bekannt, die die Verantwortung für unsere Sicherheit haben! Der Bundesrechnungshof hat am 07. Mai 2024 seinen: Bericht nach § 99 BHO zur Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit der Stromversorgung vorgelegt, hier der komplette Bericht

Am Ende des Berichts zieht Herr Scheller, Präsident des Bundesrechnungshof Bilanz und schreibt (Zitat):

„Gesamtbewertung und Ausblick

Die Energiewende im Bereich Stromversorgung ist – auch angesichts der angestrebten Elektrifizierung von Industrieprozessen, des Verkehrs sowie der Wärmeerzeugung – von herausragender Bedeutung, um die nationalen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Die Stromversorgung muss sicher, bezahlbar und umweltverträglich sein (§ 1 EnWG).

Dieser Bericht zeigt auf, dass die Maßnahmen der Bundesregierung zur Umsetzung der Energiewende ungenügend sind und deshalb gravierende Risiken für jedes dieser energiepolitischen Ziele bergen: Verzug beim Ausbau der erneuerbaren Energien, der notwendigen gesicherten, steuerbaren Kraftwerksleistungen sowie der Stromnetze gehören hierzu ebenso wie hohe Strompreise und Wissenslücken hinsichtlich der Umweltwirkungen der Transformation. Zugleich fehlt der Bundesregierung seit dem Aussetzen des Monitoring-Prozesses „Energie der Zukunft“ ein Instrument, um Wechselwirkungen zwischen den energiepolitischen Zielen zu erfassen. Mit ihrem Vorgehen läuft die Bundesregierung Gefahr, dass mögliche Konflikte zwischen den energiepolitischen Zielen ungelöst bleiben und die Energiewende scheitert.

Die Bundesregierung sollte die Prüfungsfeststellungen nutzen, um die aufgezeigten Defizite zu beseitigen. Denn das Gelingen der Energiewende ist von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, die gesellschaftliche Akzeptanz der Transformation sowie das Erreichen der Klimaschutzziele.

Bonn, den 7. März 2024

Kay Scheller

Präsident“

Der Bericht im Original auf der Seite des Bundesrechnungshofes

Ungedeckte Residuallast

Aus physikalischen Gründen muss im gesamten europäischen Stromnetz der Bedarf an Strom zu jedem Moment der Stromproduktion entsprechen. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Strom jederzeit von der Stromerzeugung zum Stromverbraucher fließen kann. Ist die Strombilanz nicht ausgeglichen, steigt oder fällt die Frequenz im Netz. Die Frequenz muss in sehr engen Grenzen eingehalten werden, andernfalls kommt es zur automatischen Abschaltung der Stromproduktionsanlagen, einem Blackout, wie es das Schweizer Fernsehen in einem fiktionalen Dokumentarfilm zeigte.

Kommt es zu einer Überlastung von Stromleitungen, fallen diese ebenfalls aus. Es kommt zu einem partiellen Netzausfall. Als Folge von partiellen Netzausfällen kann es wiederum zu großflächigen Stromausfällen kommen.

In der Schweiz gilt gemäß Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine lang andauernde Strommangellage inzwischen als größtes Risiko der Schweiz.

In Deutschland sollen 2022 alle Kernkraftwerke vom Netz genommen werden. Die fossilthermischen Kraftwerke (Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke) sollen aufgrund der Klimadebatte so schnell als möglich vom Netz gehen.

In Grafik 1 entspricht die graue Fläche (Konventionelle Kraftwerke) den fossilthermischen Kraftwerken. Diese graue Fläche wird in Grafik 2 als Residuallast bezeichnet. Es handelt sich um den Teil des Strombedarfs, der nicht durch die fluktuierende Produktion von Solarkraftwerken und Windkraftwerken gedeckt wird.

Die Residuallast muss gedeckt werden durch:

  1. Reduktion des Strombedarfs (Stromentschwendung)
  2. Geplantes Abschalten von Stromverbrauchern
  3. Geplantes Zuschalten von Stromproduktionsanlagen
  4. Stromspeicher
  5. Import von Strom

Kann die Residuallast nicht gedeckt werden, kommt es unweigerlich zu Stromausfällen.

Grafik 1

Quelle: Agorameter von Agora Energiewende

Wären zwischen dem 15. Dezember 2021 und dem 22. Dezember 2021 alle Kernkraftwerke und fossilthermischen Kraftwerke außer Betrieb gewesen, hätte Deutschland eine Residuallast von etwa 50 GW gehabt.

Grafik 2 zeigt, dass selbst wenn der Strombedarf 2040 zu 86% regenerativ gedeckt wird, dass die Residuallast auf 70 GW steigt.

 

Grafik 2

Quelle: Agorameter von Agora Energiewende

 

Grafik 2 zeigt, dass selbst wenn der Strombedarf 2040 zu 86% regenerativ gedeckt wird, die Residuallast auf 70 GW steigt. Warum Agora plant den Stromverbrauch so zu flexibiliseren, dass auch eine Residuallast besteht bei sehr hoher regenerativer Stromproduktion können wir nicht nachvollziehen.

Die Berechnungen von Agora Energiewende berücksichtigen nicht, dass die Dekarbonisierung des Wärmesektors mittels Wärmepumpen die Residuallast um weitere 50 bis 150 GW erhöht.

Dabei ist die entscheidende Frage, ob für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung Wärmepumpen mit kalter Wärmequelle (Außenluft/Wasser-Wärmepumpen) oder Wärmepumpen mit warmer Wärmequelle (Erdwärme, Grundwasser, Abwärme, Solarthermie) zum Einsatz kommen. Im ersten Fall ist mit einer zusätzlichen Erhöhung der Residuallast um 150 GW zu rechnen im zweiten Fall mit einer zusätzlichen Erhöhung um 50 GW.

Das Problem kann gelöst werden durch:

  • Stromentschwendung
  • Gezieltes Ausschalten von Stromverbrauchern
  • Gezieltes Zuschalten von geeigneten Stromproduktionsanlagen
  • Stromspeicher

Wird das Problem der fehlenden Residuallast nicht zeitnah gelöst, kommt es unweigerlich zu einer lang andauernden Strommangellage. Vorfälle wie am 27. 7.2021 (Stromausfall eines grossen Teils Spanien) lassen sich bei fehlender Residuallast immer weniger begrenzen.

Eine europäische lang andauernde Strommangellage würde sofort dazu führen, dass Europa seinen Beitrag zu Lösung des Klimaproblems leistet, jedoch mit verheerenden Folgen für die Menschen.

Der Deckung der Residuallasten muss somit mit höchster Priorität angegangen werden.

Die heute bekannten Lösungen lassen sich idealerweise lokal umsetzen.

Wir bezeichnen diese lokalen Lösungen als Energiezellen. Solche Energiezellen können in ihrem Stromversorgungsgebiet für eine ausgeglichen Strombilanz sorgen. Besteht im übergeordneten Netz ein Überschuss an Strom, können Energiezellen den Strombedarf in der Energiezelle erhöhen. Besteht im übergeordneten Netz eine Mangel an Strom, kann die Energiezelle Strom ans übergeordnete Netz abgeben. Kommt es zu einem Ausfall des übergeordneten Netzes, trennt sich die Energiezelle vom übergeordneten Netz und stellt in der Enegiezelle die Stromversorgung sicher. Werden Energiezellen wir Waben aufgebaut und eng vernetzt, können sie den Transport von Strom von Zelle zu Zelle übernehmen. Soche Waben können problemlos grosse Übertragungsleitungen ersetzen.

Die technischen Lösungen sind weitgehend bekannt. Es fehlt jedoch an einem Strommarkt-Designe, dass den richtigen technischen Lösungen mittels Wirtschaftlichkeit zum Durchbruch verhilft.