Blackout in Spanien – und Lehren für die Schweiz
Blackout in Spanien: Was die Schweiz aus dem Netzkollaps lernen muss
Ein massiver Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel am 28. April 2025 hat die Verwundbarkeit moderner Stromnetze aufgezeigt. Was als lokales Ungleichgewicht in Portugal begann, führte innerhalb weniger Stunden zur vollständigen Trennung Spaniens und Portugals vom europäischen Verbundnetz und zum totalen Blackout.
Die Chronologie des Scheiterns
Der Kollaps verdeutlicht, dass die physikalischen Grundregeln der Netzstabilität – eine stets ausgeglichene Strombilanz und ausreichende Leitungskapazitäten – unerbittlich sind.
Produktionseinbruch: Am Morgen des 28. April führte ein ungeplanter Produktionseinbruch in Portugal dazu, dass das Land von einem Exporteur zu einem massiven Importeur wurde.
Instabilität: Starke Frequenzschwankungen und das Abschalten aller portugiesischen Photovoltaikanlagen verschärften die Lage.
Trennung: Um 12:30 Uhr musste die Iberische Halbinsel vom europäischen Netz getrennt werden, um eine Ausweitung des Schadens auf ganz Europa zu verhindern. Drei Sekunden später war es dunkel.
Lehren für die Schweiz
Die Autoren Urs Anton Löpfe und Giovanni Leonardi leiten aus diesen Ereignissen dringende Empfehlungen für die Schweizer Energiepolitik ab:
Automatisierte Abkopplung: Die Schweiz muss sicherstellen, dass sie sich bei kritischen Instabilitäten sofort vom europäischen Netz trennen kann, um das heimische Netz zu schützen.
Ausbau der Insellösungsfähigkeit: Es müssen mehr lokale «Energiezellen» geschaffen werden, die auch ohne externe Zufuhr stabil bleiben.
Erhöhung der Regelleistung: Die im Inland vorgehaltene Regelleistung sollte schrittweise von derzeit 1 GW auf mindestens 4 GW ausgebaut werden, um Schwankungen eigenständig abzufedern.
Der Fall Spanien zeigt: Ein grossräumiger Netzverbund allein garantiert keine Sicherheit. Die Schweiz muss ihre Fähigkeit stärken, im Ernstfall als «Strom-Insel» überlebensfähig zu sein.
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